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Wer führt das Unternehmen? Management und Insider bei Micro Caps prüfen

Bei kleinen Unternehmen entscheidet die Führung oft mehr über den Ausgang als das Projekt selbst. Welche Angaben öffentlich sind, was Insiderbeteiligung aussagt und welche Muster misstrauisch machen sollten.

Carsten Schmider4 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

Warum die Führung hier wichtiger ist als anderswo

Ein Großkonzern übersteht einen schwachen Vorstand. Ein Explorer mit einer Handvoll Mitarbeitern ist im Wesentlichen sein Management: Es entscheidet, wo gebohrt wird, wann Kapital aufgenommen wird und zu welchen Bedingungen. Es gibt keine Struktur, die einen Fehler abfedert.

Was Sie öffentlich nachsehen können

Der Werdegang. Bei welchen Unternehmen waren die Verantwortlichen vorher, und was ist aus diesen Unternehmen geworden? Ein Lebenslauf nennt die Erfolge; die Suche nach den früheren Firmennamen ergänzt die Fälle, die nicht in der Biografie stehen.

Mehrfachmandate. In diesem Segment ist es üblich, dass dieselben Personen in mehreren Gesellschaften sitzen. Das ist nicht per se schlecht — Erfahrung ist übertragbar —, wirft aber die Frage auf, wie viel Zeit auf welches Projekt entfällt.

Vergütung im Verhältnis zur Größe. Was das Führungsteam kostet, steht im Geschäftsbericht. Bei einem Unternehmen, das jährlich wenige Millionen verbrennt, ist relevant, welcher Anteil davon in Gehälter fließt und welcher ins Projekt.

Insiderbeteiligung richtig lesen

Eine hohe Beteiligung der Führung gilt als gutes Zeichen, weil sie Interessen angleicht. Zwei Einschränkungen gehören dazu.

Erstens ist entscheidend, wie die Anteile erworben wurden: gekauft am Markt oder als Optionen zugeteilt. Gekaufte Anteile bedeuten eigenes Risiko, zugeteilte Optionen bedeuten Aufwärtschance ohne Abwärtsrisiko.

Zweitens sagen Veränderungen mehr als Bestände. Meldepflichtige Insidergeschäfte werden veröffentlicht; wer über Monate zukauft, sendet ein anderes Signal als wer in jede Kursstärke hinein verkauft.

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Im Anhang jedes Abschlusses steht ein Abschnitt zu Transaktionen mit nahestehenden Personen. Dort finden sich Beraterverträge mit Gesellschaften von Vorstandsmitgliedern, Projektkäufe von verbundenen Parteien und ähnliche Konstruktionen.

Solche Geschäfte sind zulässig und in kleinen Strukturen manchmal unvermeidlich. Sie verdienen aber Aufmerksamkeit: Wenn ein wesentlicher Teil der Ausgaben an das Umfeld der Führung zurückfließt, ändert das die Frage, wem das Unternehmen dient.

Häufige Fragen

Wo finde ich Insidergeschäfte?

Je nach Börsenplatz in den nationalen Meldesystemen und in den Pflichtmitteilungen des Unternehmens. Für kanadische und australische Werte sind diese Register öffentlich zugänglich.

Ist ein Verkauf durch das Management immer ein schlechtes Zeichen?

Nein. Es gibt private Gründe, und ein einzelner Verkauf sagt wenig. Aussagekräftig sind Muster: mehrere Personen, die über einen längeren Zeitraum in dieselbe Richtung handeln.

Wie viel Insiderbeteiligung ist genug?

Eine feste Schwelle gibt es nicht. Wichtiger als der Prozentsatz ist, ob der Betrag für die betreffende Person spürbar ist — und ob er aus eigener Tasche stammt.

Carsten Schmider

Analyst für Small und Micro Caps im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 mit eigenem Researchhaus, mit Schwerpunkt auf den Spezialsegmenten OTCBB, TSX-V und ASX.

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