PEA, PFS und DFS: Was die Studien auf dem Weg zur Mine wirklich aussagen
Zwischen einem Bohrergebnis und einer produzierenden Mine liegen mehrere Studien mit sehr unterschiedlicher Verbindlichkeit. Welche das sind, was ihre Zahlen wert sind und woran Sie erkennen, wie weit ein Projekt wirklich ist.
Carsten Schmider4 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
Die drei Stufen
Die PEA — Preliminary Economic Assessment, oft auch Scoping Study genannt — ist die erste überschlägige Rechnung. Sie prüft, ob ein Projekt überhaupt wirtschaftlich sein könnte. Ihre Kostenschätzungen haben eine breite Fehlerspanne, und sie darf Material einbeziehen, das noch nicht als Reserve klassifiziert ist.
Die Vormachbarkeitsstudie (PFS) engt das ein. Die Abbaumethode wird festgelegt, die Kostenschätzung wird genauer, und es darf nur noch Material einfließen, das die Klassifizierung als Reserve erreicht.
Die Machbarkeitsstudie (DFS oder Bankable Feasibility Study) ist die Grundlage für Baufinanzierung. Sie ist am genauesten, kostet Millionen und dauert oft ein Jahr oder länger.
Warum die Reihenfolge über den Kurs entscheidet
Jede Stufe ist ein Nadelöhr. Projekte scheitern regelmäßig zwischen PEA und PFS, weil die genauere Rechnung die grobe nicht bestätigt. Für Anleger heißt das: Die entscheidende Frage ist nicht, was die Studie ausweist, sondern welche Studie es ist.
Eine hohe Rendite in einer PEA und dieselbe Rendite in einer DFS sind nicht vergleichbar. Die zweite ist geprüft, die erste ist eine begründete Hoffnung.
Wo Sie in einer Studie zuerst hinsehen sollten
Der unterstellte Rohstoffpreis. Er steht in den Annahmen, nicht in der Überschrift. Liegt er deutlich über dem aktuellen Marktpreis, wurde das Ergebnis dorthin gerechnet, wo es gut aussieht.
Die Sensitivitätsanalyse. Sie zeigt, was mit dem Projekt passiert, wenn der Preis zehn oder zwanzig Prozent tiefer liegt. Wenn ein Projekt nur beim Höchstpreis funktioniert, ist das die wichtigste Zahl im ganzen Dokument.
Die Investitionssumme. Ein Unternehmen mit fünfzehn Millionen Marktkapitalisierung, dessen Studie einen Bau für vierhundert Millionen vorsieht, wird diesen Bau nicht allein stemmen. Entweder kommt ein Partner, oder es wird massiv verwässert, oder das Projekt wird verkauft.
Der Zeitplan. Genehmigungsverfahren dauern in vielen Jurisdiktionen Jahre. Ein Zeitplan ohne Puffer für Einsprüche ist optimistisch.
Häufige Fragen
Ist eine PEA wertlos?
Nein, sie ist ein legitimer erster Schritt und für ein frühes Projekt die einzig sinnvolle Rechnung. Problematisch wird sie erst, wenn ihre Zahlen kommuniziert werden, als stünden sie fest.
Warum bauen so wenige Explorer je eine Mine?
Weil jede Stufe Geld, Zeit und Genehmigungen verlangt und die wenigsten Unternehmen alle drei haben. Der übliche Weg für ein erfolgreiches Projekt ist nicht der Eigenbau, sondern der Verkauf an einen größeren Produzenten.
Was bedeutet „Bankable"?
Dass die Studie den Genauigkeitsanspruch erfüllt, den Fremdkapitalgeber für eine Projektfinanzierung verlangen. Es ist kein Gütesiegel für die Rendite, sondern eine Aussage über die Verlässlichkeit der Schätzung.
Carsten Schmider
Analyst für Small und Micro Caps im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 mit eigenem Researchhaus, mit Schwerpunkt auf den Spezialsegmenten OTCBB, TSX-V und ASX.
Mehr über den Autor